Ich bin in der Welt der Technologie aufgewachsen. IT, Daten, später auch KI. Seit meinem sechzehnten Lebensjahr war ich Unternehmer, getrieben vom Bauen, Optimieren und Vorankommen. Ich wurde als Akademiker und Betriebswirt ausgebildet, lernte in Systemen, Effizienz und Skalierung zu denken. Die Logik des Fortschritts war klar: schneller, smarter, mehr.
Meine eigene Gesundheit zwang mich zum Innehalten. Eine autonome Nervenerkrankung machte deutlich, dass sich nicht alles optimieren lässt – und dass der Körper nicht auf Geschwindigkeit reagiert, sondern auf Aufmerksamkeit. Was folgte, war keine gerade Linie, sondern ein langsamer Prozess des Entschleunigens, der Vertiefung und des erneuten Lernens zuzuhören. Auf Signale. Auf Rhythmus. Auf das, was wirklich nährt.
In dieser Zeit kam ich erneut mit Pflanzen und Kräutern in Berührung. Ich begann selbst zu mischen, zu schmecken, zu riechen. Tee wurde kein funktionaler Moment mehr, sondern ein Ritual. Eine Möglichkeit, in einem sonst rastlosen Tag kurz still zu werden. Von der IT zum T – nicht als Witz, sondern als Verschiebung im Denken.
Was als etwas Persönliches begann, wurde geteilt. Freunde probierten mit. Kamen zurück. Erzählten, was es mit ihnen machte. Nicht weil ich etwas „verkaufte“, sondern weil etwas weitergegeben wurde: Ruhe, Aufmerksamkeit, ein anderes Tempo. In diesem Moment entstand die Erkenntnis, dass dies größer sein durfte als ich selbst.
Und dort, irgendwo zwischen dem Duft von Rosenblättern, der Wärme von Ingwer und der Sanftheit von Kamille, entstand Maison Tisane. Nicht als kommerzielles Konzept, sondern als eine Möglichkeit weiterzugeben, was ich selbst gelernt habe: dass Wohlbefinden nicht in schnellen Lösungen liegt, sondern in sorgfältigen Momenten. Dass Luxus sich nicht um Bequemlichkeit dreht, sondern um Aufmerksamkeit. Und dass Pflanzenwissen – jahrhundertealt und oft vergessen – eine sanfte, aber kraftvolle Rolle im Alltag spielen kann.
Was mich antreibt, ist nicht nur das Erschaffen, sondern das Beitragen. Wissen zu teilen. Raum für Entschleunigung zu schaffen in einer Welt, die weiter beschleunigt. Und etwas zu hinterlassen, das anderen hilft, bewusster zu leben – Tasse für Tasse.