Pu-erh: was du trinkst, wenn du Zeit schmeckst
Pu-erh-Tee kommt aus Yunnan, im Südwesten Chinas. Was diese Teewelt so interessant macht, ist nicht ein Aromastoff oder ein „Stiltrick“, sondern die einfache Tatsache, dass der Tee sich nach der Verarbeitung weiterentwickeln kann: Der Duft wird tiefer, das Mundgefühl runder, und der Geschmack verschiebt sich Schicht für Schicht. Darum siehst du Pu-erh oft als gepresste Cakes oder Bricks: nicht nur als Form, sondern als Methode, die Reifung zu unterstützen.
Pu-erh wird regelmäßig „fermentierter Tee“ genannt. Das stimmt teilweise, aber es ist nicht die ganze Geschichte. Es beginnt immer beim Blatt von Camellia sinensis (meistens der großblättrigen Varietät aus Yunnan). Danach bestimmen Verarbeitung, Mikroflora und Zeit, wie sich der Charakter entwickelt. Es ist also echter Tee, mit von Natur aus Koffein.
Herkunft
Yunnan (China), oft mit Herkunft bis hin zu Berg oder Dorf angegeben
Basis
Camellia sinensis var. assamica (großes Blatt) ist am gebräuchlichsten
Form
Lose oder gepresst: Cake, Brick, tuocha (Nest)
Charakter
Von leicht und straff bis dunkel und erdig, je nach Route und Reifung
Zwei Stile kurz erklärt
- Sheng (raw): traditionell, oft heller in der Farbe und straffer in der Struktur; reift langsam und kann mit den Jahren überraschend elegant werden.
- Shou (ripe): modern, dunkler und runder; erhält sein tiefes Profil durch einen kontrollierten Fermentationsprozess (wo dui).
Tisane oder Tee?
Pu-erh ist Tee (aus Teeblättern), kein Kräuteraufguss. Trinkst du vor allem Botanicals und willst du den Unterschied klar haben? Dann lies Tisane oder Tee? für die Grundlagen.