Thermische Ausrichtung als Kompass
Im Ayurveda und in der chinesischen Kräuterlehre gibt es die Vorstellung einer thermischen Ausrichtung: Manche Kräuter wirken kühlend, andere wärmend. Dabei geht es nicht um die Temperatur deiner Tasse, sondern um den Charakter in deinem Körper und deinen Sinnen: frisch versus rund, leicht versus würzig. Es ist eine sanfte Art, deinen Tee basierend auf der Jahreszeit, der Tageszeit und deinem Befinden auszuwählen.
Body Sensitivity: erst fühlen, dann wählen
In der Praxis geht es dabei weniger um „Wissen“ und mehr um Wahrnehmung. Brauchst du Wärme oder eher Abkühlung? Wir nennen das body sensitivity: die Sensibilität, kleine Signale ernst zu nehmen und den Kopf darauf abzustimmen. Das Ziel ist einfach: bewusster wählen, ruhiger werden, aufmerksamer schmecken.
Zwei Fragen, die sofort helfen
Brauchst du Abkühlung?
Spürst du Hitze, Unruhe, Trubel im Kopf oder das Bedürfnis nach etwas Leichtem?
- Minze, Pfefferminze
- Fenchelsamen
- Kamille, Lindenblüten
- leichte, frische Aufgüsse
Auch fein nach dem Essen: brüh ihn sanft auf. Im Ayurveda sagt man oft, dass Warmes am besten zur Verdauung passt, aber du kannst dieselbe Tasse auch kühl servieren, wenn sich das besser anfühlt.
Suchst du eher Wärme?
Ist dir kalt, fühlst du dich leer, träge oder hast du das Bedürfnis nach Erdung?
- Ingwer
- Zimt, Anissamen
- Koriandersamen, Süßholz
- würzige, runde Aufgüsse
Passt oft zu einem langen Tag: etwas länger ziehen lassen gibt mehr Tiefe und Rundung.