Das Verkostungsritual: so machst du Geschmack sichtbar
Geschmacksbewertung beginnt nicht mit einer „guten Nase“, sondern mit Ruhe und Wiederholung. Tee ist flüchtig: Viele Aromen sitzen im Dampf und verschwinden schnell, wenn du es eilig hast. Gib dir deshalb eine feste Art zu verkosten. Dann werden Unterschiede ganz von selbst erkennbar.
Was du schmeckst, kommt aus drei Bereichen
- Nase (Duft): hier steckt die Komplexität. Rieche vor dem Schluck und während du nippst.
- Zunge (Grundgeschmäcker): vor allem süß, sauer, bitter und umami. (Salzig spielt bei Tee meist eine kleinere Rolle.)
- Mundgefühl: Körper, Rauheit, Prickeln, Kühlung oder Wärme. Das spürst du genauso stark, wie du es schmeckst.
Verkoste in drei Schlucken
- Riechen: hebe den Deckel oder den Rand deiner Tasse kurz an und atme ruhig ein. Suche ein Wort.
- Schmecken: nimm einen kleinen Schluck und lass den Tee über deine Zunge rollen. Ein sanftes „Schlürfen“ (Luft mitziehen) macht Aromen deutlicher.
- Warten: schlucke und achte darauf, was hängen bleibt. Der Nachgeschmack ist oft das am besten erkennbare Signal.
Tipp: verkoste nicht glühend heiß. Lass deine Tasse kurz abkühlen bis warm. Dann kommen Details hervor.
Sorge dafür, dass deine Tasse vergleichbar ist
Geschmack zu erkennen gelingt leichter, wenn du eine Variable konstant hältst: dieselbe Dosierung, dieselbe Ziehzeit, derselbe Tassentyp. Wenn du dafür Orientierung willst, nutze eine feste Brühbasis und weiche erst danach ab. Unser Brühguide hilft dir, eine klare, konsistente Basis zu schaffen.